Pentax LX Review

Die Pentax LX, produziert zwischen ca. 1980 und 2000, sollte jedem Fotografen, vor allem die, die auf ein Pentax-System setzen, bekannt sein. Ohne, dass ich mich hier allzuviel mit den technischen Details der Kamera auseinandersetze, versuche ich in diesem Review über den Pentax LX dennoch ein umfassendes Bild der Kamera zu skizzieren. Denn schließlich habe ich schon einige schönen Bilder und analoge Schwarzweißfotos mit der Pentax LX gemacht.

Pentax LX Review: Erste Eindrücke

Meine Pentax LX, die ich in diesem Review rezensiere, habe ich bei einem kleinen Fotogeschäft im niederländischen Westen namens MK Optics gekauft. Sie kam mit einer 3-monatigen Garantie, die natürlich genug ist, um die Kamera auf das Wesentliche zu prüfen. Das Wesentliche sind natürlich: Laufen die Verschlusszeiten (4 – 1/2000s, B) plausibel ab, sind die Dichtungen in Ordnung, gibt es andere Gebrauchs- oder Abnutzungsspuren, die das Funktionieren der Kamera beinträchtigen können, wie, um ein Beispiel zu nennen, die Sauberkeit des Batteriefachs? Denn darin sollte keine Korrosion, also Rost, sichtbar und vorhanden sein! Das sogenannte Sticky-Mirror-Problem kommt bei allen LX’en vor, es ist dennoch nichts Schlimmes: Es bedeutet lediglich, dass ein relativ kleines Teil der Kamera kurz ersetzt werden muss. Damit ist das Problem meistens schon behoben! Außerdem kommt es vor allem dann vor, wenn die Kamera über einem längeren Zeitraum nicht genutzt wurde. Also gilt auch hier: Wer rastet, der rostet! Somit soll man die Pentax LX, ganz einer guten Dame ähnlich, häufig ausführen – was übrigens bei der Pentax MX, zu der ich auch noch ein Review schreiben werde, ähnlich ist.

Fotografieren mit einer Pentax LX: Erfahrungsbericht

Das wollen wir sogleich machen! Da die Kamera aber in einem umfangreichen Zubehörsystem integriert ist – es gibt Motoren, Filmmagazine, austauschbare Sucher und Mattscheiben – fragt sich sogleich, in welcher Ausstattung die Kamera mit raus geht. Meine Kamera verfügt über den Standardsucher FA-1 (später habe ich noch den FF-1 hinzu erworben) und eine Gittermattscheibe SG-20. Haptisch ist die Pentax LX für mich, dem auch das Fotografieren mit der Pentax ME und Pentax MX gut liegt, nichts Ungewohntes. Die Pentax LX ist zwar ein Ticken größer, aber nicht so viel, dass ich mich daran stören würde. Mir gefällt das sogar eher gut, weil ich nicht mehr das ängstliche Gefühl habe, dass ich, wie zum Beispiel bei der Pentax MX, aus Versehen irgendeinen Schalter betätigen könnte. Die mit der Pentax LX gemachte Fotos sind, egal ob in Av-Modus oder völlig manuell geschossen, akkurat belichtet. In Kombination mit dem SMC-Pentax 50mm f/1.2 sind die Fotos je nach Blende gestochen scharf oder angenehm weich.

Coole Features der Pentax LX

Die Pentax LX verfügt über einen Schalter, der speziell für Mehrfachbelichtungen konzipiert ist. Dadurch lässt sich der Film millimetergenau zurückspulen. Das ist komfortabel, für alle, die mit einer Pentax-Kamera Doppel- und Mehrfachbelichtungen machen möchten. Schließlich sind die Pentax ME, MX, MG, MV oder MV-1, alle Kameras die bzgl. des Designs kaum von der LX abweichen, nicht so richtig für Doppelbelichtungen konstruiert worden.
Die Pentax LX kann ohne Batterien betrieben werden. Dazu werden die Verschlusszeiten B, 1/60 – 1/2000 mechanisch gesteuert. Ein Problem ist aber, dass der eingebaute Belichtungsmesser ohne Batterien auch nicht funktioniert. Aber wem der sunny 16 rule bekannt ist, weiß, dass auch ohne Belichtungsmesser wunderbare Fotos entstehen können.

Pentax LX Review: Allgemeiner Eindruck

Würde ich die Pentax LX nochmal kaufen? Ja. Ist sie das Geld wert? Ja, aber achte darauf, dass die Kamera entweder vor Ort oder abgedeckt durch eine Garantie getestet werden kann. Muss ich angst haben vor dem Sticky-Mirror-Problem? Nein. Man kann es auf jeden Fall reparieren und außerdem soll es vorrangig vorkommen bei Kameras, die über einem längeren Zeitpunkt nicht benutzt wurden. Dass die neuere Pentax LX, die mit Kragen, aber ohne Nase beim Auslöser, von diesem Problem verschont bleiben, ist übrigens ein Märchen. Es kommt früher oder später bei allen Pentax LX vor. Sollte man in das Zubehörsystem der Pentax LX investieren? Kommt darauf an. Die Gittermattscheibe macht manches schon einfacher, eine waist level viewfinder sorgt dafür, unbemerkt fotografieren zu können. Insgesamt ist das ganze Zubehör schön zu haben, aber wenn man daraf verzichten würde, wären die Fotos nicht unbedingt schlechter.

Hinweis: Fotos folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Dieses Pentax LX Review kann jederzeit noch mit neuen Informationen über die Pentax LX ergänzt werden.

Streiflicht

Wiesbaden MarktplatzMarktplatz, Wiesbaden, Oktober 2017. Fotografiert mit einem Pentax ME in Kombination mit einem SMC Pentax 135mm f3.5 Objektiv. Ilford Panf50 (abgelaufen), belichtet auf ISO32, entwickelt in Rodinal (13 Minuten bei 18°C, 30 Sek. kippen, dann 4x jede Min.).

Wie vor 100 Jahren: mit einer Kodak No. 2A Folding Autographic Brownie fotografieren

Seit langer Zeit habe ich in einer Schublade eine alte Kamera liegen, die ich von meinem Großvater bekommen habe und von der ich nicht wusste, ob und wie sie überhaupt geht und so. Man könnte sie gut als Deko verwenden, aber da wir keinen Fotografenladen haben (wer weiß, vielleicht später mal) ist es nicht so angebracht. Im Wohnzimmer auf dem Fensterbrett oder so sähe sie ziemlich random aus.

Nun habe ich sie mal ausgeführt. Eins vorweg: Totalkatastrophe. Erstens sind die 616/116-Filme, für die die Kamera damals gebaut worden ist, nicht mehr zu bekommen. Es sei denn du kaufst irgendwelche aus Amerika, abgelaufen und zu astronomisch hohen Preisen. Deswegen musste ich es mit einem normalen 100er probieren, was auch problemlos geht eigentlich und noch besser gehen würde, hätte ich vorher die Filmspülen ein bisschen angepasst und so. Jetzt weiß ich, dass es dafür im Netz ziemlich tolle Anleitungen gibt, aber ich habe es nicht gemacht, werde es vielleicht später mal, aber jetzt hatte ich das halt noch nicht. Also waren fast alle Bilder quasi über- oder doppelbelichtet. Und dann habe ich noch entdeckt dass der Balgen nicht mehr 100% Lichtdicht ist, was natürlich zu so komischen Lichtflecken führt. Aber an sich scheint die Kamera zu funktionieren. Ich werde sie ein bisschen ertüchtigen, und beim nächsten Urlaub kommt sie definitiv mit. Denn cool ist sie auf alle Fälle!

S/W-Bilder selbst entwickeln

Irgendwie hatte ich zwar immer vor, meine Filme selbst zu entwickeln, aber der Aufwand schien mir riesengroß und der Gang zur Drogerie oder zum örtlichen Fotofachhandel ist bekanntlich sehr bequem. Vor etwa einem Monat aber gab ich einen S/W-Film nur zur Entwicklung ab und als bei Abholung 7€ fällig wurden (was zwar nicht viel ist, aber in Anbetracht des Aufwandes und des Wareneinsatzes trotzdem schon fast Wucher), habe ich mich nochmal mit der Sache auseinandergesetzt. Spoiler: Es gibt keinen Grund, seine Filme nicht selbst zu entwickeln.

ORWO NP22 (ein abgelaufener DDR-Film, MHD ca. 1993), ISO 125, belichtet bei ISO 60 und entwickelt in Rodinal 1+25 (5 Min., 30-Sek-K.)

Lange Zeit dachte ich, dass ein völlig abgedunkelter Raum für die Filmentwicklung unabdingbar ist, aber das gilt wohl nur, wenn du selbst Abzüge machst. Ein Wechselsack tut es auch. Was du sonst noch so brauchst (und das ist für kleines Geld zu haben) ist ziemlich einfach über Google herauszufinden. Bei der Anschaffung von dem ganzen Equipment habe ich nicht darauf geachtet, irgendwelche Schnäppchen zu machen (was über eBay und Co. sicherlich möglich ist) und trotzdem wird sich das alles bei der Entwicklung meines 10. Filmes amortisiert haben. Aber abgesehen davon, dass es günstig ist, seine Filme zu entwickeln…

…macht es vor allem eine Menge Spaß. Im Wechselsack spule ich den Film in den Entwicklungstank (was tatsächlich einfacher ist, wenn das Ende des Filmes nicht ganz in die Filmbüchse zurückgespult wurde, da die Büchse dann nicht aufgebrochen werden muss) und verschraub diese. Das ist der heikelste Teil, aber das kann man einfach mit einem unbelichteten Film vorher ein bisschen üben. Das eigentliche entwickeln ist wie kochen, nicht schwieriger und vielleicht sogar ein bisschen einfacher, und dementsprechend finden sich im WWW genügend Anleitungen. Das ganze Prozeß dauert meistens so 15-30 Minuten, vom Trocknen abgesehen, denn nach dem Baden sollten die Negative genügend Zeit haben ein bisschen zu trocknen. Das ist aber der schönst denkbarer Moment, wenn der Streifen von der Decke hängt und mit einer Taschenlampe die Resultate begutachtet werden können.

Agfa APS 400, der Gebrauchsanweisung entsprechend entwickelt in Rodinal 1+25.